Geschichte des Bärlauchs
Die Geschichte des Bärlauchs

Schon in der alten Mytologie galt der Bär als seelentragendes Tier. Die religiöse Bedeutung wird alleine schon an der Tatsache deutlich, das der indogermanische Name verloren gegangen ist. Die Ehrfurcht vor diesem Tier schloss das Verbot ein, den Namen auszusprechen. Aber auch in der Dämonenlehre ist der Bär ein Symbol, hinter dem sich sogar der Teufel verbergen kann. Tatsächlich sollten aber vom Bär als Amulett getragene Teile wie etwa Klauen eine dämonenabwehrende Wirkung besitzen. Somit erklärt sich letzendlich auch die Wechselwirkung mit dem Bärlauch.

Ähnlich wie bei der altindischen Geschichte zur Entstehung des Knoblauchs steht “ Allium ursinum “ mit dem einen Bein auf der weißen, und mit dem anderen Bein auf der schwarzen Seite der Magie. Böse Geister und auch der Teufel riechen zwar unangenehm, lassen sich aber mit Hilfe des Bärlauchgeruchs vertreiben. Licht und Schatten sind eben auch im Pflanzenreich eng miteinander verbunden.

Im Altertum und im Mittelalter stand Bärlauch als Heilmittel in hohem Ansehen. In der Neuzeit geriet er jedoch in Vergessenheit. Erst in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts entdeckte die Pflanzenkunde den Bärlauch wieder. Im 16. Jahrhundert beginnt die Ära der gedruckten Kräuterbücher. Hyronimus Bock beschrieb schon im Jahr 1508 in seinem Kräuterbuch den Unterschied zwischen Bärlauch und Maiglöckchen und dessen medizinische Wirkung. Diese Bücher die vor 500 Jahren gedruckt wurden, könnten auch heute noch in einem modernen Naturführer und Kräuterbuch ihren Platz finden.

Im 8. Jahrhundert gab Karl der Große eines der ersten landwirtschaftlichen Gesetzbücher in Europa heraus, das “Capitulare de villis “. Darin schreibt er auch unter anderem den Anbau von Bärlauch und anderen Naturpflanzen vor. Es ist sogar geschichtlich nachgewiesen, daß während der römischen Besatzungszeit der Bärlauch als Wildgemüse in sehr hohem Ansehen stand.

Die Benutzung des Bärlauchs als Küchenpflanze war bei unseren Ur und Ur Ur Großmüttern dagegen wieder unbekannt, da der starke Geruch einfach verpönt war. Die Entdeckung des Bärlauchs als Küchenpflanze ist erst ganz jungen Datums und diese verdanken wir Eckart Witzigmann.

Bei einem Spaziergang im Englischen Garten in München entdeckte er die Maiglöckchenartigen Blätter und deren Knoblauchartigen Geschmack. Als Koch hatte er Experimentierfreude und so enstanden bald die ersten Bärlauchgerichte. Nun wurde man außer auf den guten Geschmack auch wieder auf seine heilsame Wirkung aufmerksam.

Wenn man selber Bärlauch sammeln möchte sollte man sehr vorsichtig vorgehen da die Blätter leicht mit Maigköckchen und mit Herbstzeitlosen zu verwechseln sind. Man sollte es lieber dem Fachmann überlassen, da die zwei anderen Pflanzen sehr giftig sind.

 

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